Startseite » Klimaschutz: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz » Die Sonne liefert, das Netz verbindet
Sonnenstrom mitten in der Stadt
Jedes Dach ein Kraftwerk. Das gilt nicht nur für private Haushalte oder große Gewerbedachflächen, sondern auch für die Gebäude der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB). Das Unternehmen ging beim Umspannwerk im Osten Innsbrucks aber noch einen Schritt weiter. Herausgekommen ist eine innovative Lösung, die Form und Funktion verbindet.
Das Umspannwerk Ost der IKB wurde 2022 neu errichtet und dabei großflächig mit einer 210 Kilowatt-Peak (kWp) Fassaden-Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Unter optimalen Bedingungen decken die 570 Module den durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch von rund 50 Vier-Personen-Haushalten.
In diesem Fall deckt der selbstproduzierte Strom den Großteil des Energieverbrauchs der Betriebsanlage selbst. Genauer gesagt, liegt der Eigenverbrauchsanteil bei über 90 Prozent.
Darüber hinaus überzeugt diese Anlage noch mit einem weiteren Vorteil: Sie liefert einen annähernd konstanten Ertrag übers gesamte Jahr. Das liegt vor allem daran, dass die senkrecht aufgestellten Anlagen bei niedrigem Sonnenstand in der Winterzeit einen vergleichsweise höheren Ertrag liefern als klassische PV-Anlagen am Dach.
Was macht ein Umspannwerk?
Ein Umspannwerk transformiert elektrische Spannung, damit Strom sicher und effizient über weite Strecken transportiert und anschließend für Haushalte und Betriebe nutzbar gemacht werden kann.
Viele Aufgaben vereint
Die IKB ist aber nicht nur Produzentin und Verbraucherin. In ihrer Funktion als Netzbetreiberin ist das Unternehmen in einer Monopolrolle: Es ist zum einen dafür verantwortlich, den Netzausbau voranzutreiben, damit das Netz trotz stetig steigender erneuerbarer Stromproduktion stabil und sicher bleibt. Zum anderen tritt es auch als Erzeugerin von erneuerbarer Energie auf. Beispielsweise errichtet und betreibt das Tochterunternehmen IKB Sonnenstrom GmbH auch eigene Photovoltaik-Anlagen.
Der Ausbau
Die erste PV-Anlage wurde 2011 am Klärwerk in der Rossau errichtet. Das war der Startschuss, viele unternehmenseigene Gebäude schrittweise mit Photovoltaik auszustatten. Insgesamt wurden acht Umspannwerke ausgewählt. Auch auf Dächern von anderen IKB-Gebäuden, wie Schwimmbädern und Werkstatthallen, wurden PV-Anlagen installiert. Aktuell werden 35 eigene PV-Anlagen betrieben, sechs weitere sind bereits in Planung.
„Wir haben vor allem beim Bau des Umspannwerks Ost großes Potenzial für eine Fassaden-PV gesehen“, erklärt der Geschäftsführer der IKB Sonnenstrom GmbH, Lukas Giner. Das Tochterunternehmen ist verantwortlich für alles, was mit der Erzeugung und Speicherung von Sonnenstrom bei der IKB zu tun hat. „Der Vorteil von Fassaden-PV-Anlagen, ist, dass wir auch im Winter einigermaßen gute Erträge einfahren. Dies, in Kombination mit Dach-Anlagen auf umliegenden Gebäuden, ermöglicht uns eine gute Versorgung der Betriebsanlage. Nebenbei waren auch der architektonische Anspruch sowie die Wirtschaftlichkeit entscheidend für die Fassaden-PV“, führt er fort. „Im Vergleich zu klassischen Fassadenplatten waren die PV-Module sogar günstiger in der Anschaffung“, weiß Giner. Doppelter Vorteil also. Auch beim Umspannwerk Innsbruck Mitte nutzt der Kommunalbetrieb der Tiroler Landeshauptstadt das Photovoltaik-Potenzial.
Erneuerbare Energie: Schätze voller Möglichkeiten
Tirol besitzt ein enormes Potenzial an Energieschätzen. Wasser, Holz, Sonne, Wind und Umweltwärme – alles ist reichhaltig vorhanden. Wenn wir diese Ressourcen klug einsetzen, können wir unseren Energiebedarf langfristig aus heimischen, erneuerbaren Quellen decken.
Der Netzbetrieb
Vom Dach der IKB-Hauptverwaltung aus gut sichtbar wird nochmal deutlich, wie sich das Unternehmen Erzeugung und Verteilung aus einer Hand vorstellt. Am Dach des Umspannwerks wurde das volle Photovoltaik-Potenzial ausgenutzt. Und auch hier im Stadtzentrum fließt ein Großteil des Sonnenstroms vom Dach in den Betrieb des darunterliegenden Gebäudes. „Als Verteilnetzbetreiberin ist die IKB dafür verantwortlich, dass die Stromversorgung im Innsbrucker Raum gesichert ist, sich aber auch um die Energieverteilung kümmert“, erklärt der Geschäftsbereichsleiter Stromnetz, Roland Tiwald.
„Die Energiewende ist in aller Munde und ohne Photovoltaik wird das nicht funktionieren. Man muss dies aber auch in einem größeren Zusammenhang betrachten. Unsere Priorität als Netzbetreiberin ist es, dafür zu sorgen, dass wir mit vermehrter dezentraler Stromgewinnung (Anmerkung: z. B. durch private PV-Anlagen) weiterhin in der Lage sind, ein stabiles Netz zu sichern. Dies gelingt in erster Linie mit dem Ausbau des bestehenden Netzes, aber auch mit diversen Speicherungstechnologien – sei es mit bewährten Techniken wie der Pumpspeicherung oder mit weiteren dezentralen Speichern, die sinnvoll im Netz integriert sind.“
„Die Energiewende ist in aller Munde und ohne Photovoltaik wird das nicht funktionieren. Man muss dies aber auch in einem größeren Zusammenhang betrachten. Unsere Priorität als Netzbetreiberin ist es, dafür zu sorgen, dass wir mit vermehrter dezentraler Stromgewinnung (Anmerkung: z. B. durch private PV-Anlagen) weiterhin in der Lage sind, ein stabiles Netz zu sichern. Dies gelingt in erster Linie mit dem Ausbau des bestehenden Netzes, aber auch mit diversen Speicherungstechnologien – sei es mit bewährten Techniken wie der Pumpspeicherung oder mit weiteren dezentralen Speichern, die sinnvoll im Netz integriert sind.“
Warum ist der Ausbau der Erneuerbaren eine Herausforderung für das Stromnetz?
Erneuerbare Energien wie Sonne und Wind liefern Strom nicht immer zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Um überschüssigen Strom zu speichern oder dorthin zu leiten, wo er benötigt wird, sind der Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes entscheidend. Dies hilft, Netzschwankungen auszugleichen und eine stabile, sichere Versorgung zu gewährleisten, selbst bei stark schwankender Einspeisung aus erneuerbaren Quellen. Ein leistungsfähiges Netz ist unerlässlich für eine zuverlässige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien.
Ohne Netz kein Sonnenstrom und somit keine Energiewende. Gut, dass es Unternehmen wie die IKB gibt, die sich um die Stabilität der Netze und den Ausbau erneuerbare Stromproduktion kümmern und so wertvolle Synergien für den gesamten Markt schaffen.
Oder wie Roland Tiwald so schön sagt: „Die Energiewende geschieht nur, wenn man etwas macht.“
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